Der AnnoDialektDonnerstag am 29. Mai entfällt aufgrund des Feiertags! Wir wünschen euch einen erholsamen Tag!
Lesung am Sonntag, 1. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Louisa Abramov Gedankenexperiment aus dem Buch Neuseelenland
Die fünfundvierzigjährige Protagonistin, Lisa Yael Lewinskaya, die nicht nur einen etwas unglücklichen Namen trägt, sondern auch die russisch-jüdisch-österreichische Mentalität in sich hat, wurde mit einer Tollpatschigkeit von höchster Güte gesegnet. Sie schildert, wie sie von einer Controllerin zu einer Wiener Psychoanalytikerin wurde und lässt den Leser an ihren Slapstick-Momenten, Assoziationen und einem ihrer verqueren Gedankenexperimente teilhaben. Bei der Lesung liest die Autorin ein Kapitel mit dem Titel „Gedankenexperiment“ vor.
Louisa Abramov ist Psychoanalytikerin und Freizeitautorin, neben tiefgehenden emotionalen Themen versucht sie sich gerne auch einmal im Genre der Satire. Ihre Texte liest sie mal unterm eigenen Namen, mal unter einem Pseudonym. So wie beispielsweise Neuseelenland mit dem Pseudonym „Noa Freud“, im Wiener Dialekt versehen ist.
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 22. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Präsentation des neuen Morgenschtean „Gschroppn, Rotzpipn und Herzbinkerl“ (U84-85) mit Burgenland-Schwerpunkt
Es lesen: Marlene Bauer, Daniela Dangl, Dominik Leitner, Maximilian Modl, Elena Popp und Simon Scharinger.
Dangl Daniela, 1974 im Waldviertel geboren und aufgewachsen, in Wien das Germanistik- und Geschichtestudium absolviert, unterrichtet am berufsbildenden Schulzentrum Horn. Sie lebt mit ihrer Familie im nördlichen Niederösterreich und veröffentlicht Kurzgeschichten und Dialektlyrik. In ihren Texten schreibt sie über Beziehungen, stellt Fragen an die Vorfahren und thematisiert das Schweigen der Heimat. Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien.
Simon Scharinger, 1991 in Schärding (OÖ) geboren und aufgewachsen, seit 2011 in Wien lebend. Von 2015 bis 2019 Studium der Schauspielregie am Max Reinhardt Seminar absolviert. Musikalischer Bestandteil der A-cappella-Boygroup Gesangskapelle Hermann. Seit der Saison 21/22 im Wiener Musikverein für diverse Kinderprogrammpunkte zuständig. Publikationen in Anthologien und Literaturzeitschriften.
Dominik Kurcsics, geboren 1988, aufgewachsen in Oberösterreich, schreibt, lebt und arbeitet in Wien. Seine letzten Veröffentlichungen unter seinem Mädchennamen Dominik Leitner hatte er im &radieschen, dem ausreißer, DUM und Johnny. Beim seinem ersten Mal im Morgenschtean freut er sich ganz besonders, gemeinsam mit seiner Frau Michi (zu finden im Burgenland-Schwerpunkt) veröffentlicht worden zu sein.
Maximilian Modl wurde nicht in Wien geboren – aufgrund seiner Liebe zum Kaffee hat er sich schließlich doch in der Hauptstadt Österreichs eine Wohnung gesucht. Er stürzt sich mit voller Leidenschaft in die Welt des Geschichtenerzählens – auf der Bühne und rund um Kameras – und ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen – oder zumindest nach einem Set mit gutem Kaffee. Texte von Maximilian kann man im DUM – Das Ultimative Magazin finden aber auch online bei rehkitzler und in seinem Mundart-Gedichtband Von am lebn vor meiner zeit. Im Oktober wird er im Café Anno lesen und davor seine beste Freundin heiraten.
Marlene Bauer, 16 J., Elena Popp, 15 J., beide Schülerinnen, schreiben sonst nicht kreativ, die Texte sind während des Unterrichts in Deutsch entstanden. Sie besuchen den 2. Jahrgang der HLW Horn.
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 25. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Eva Lugbauer Schwimmen im Glas
Im ländlichen Milieu der neunziger Jahre wächst Lore auf. Ihre engsten Bezugspersonen sind die kriegsgebeutelten Großeltern. Und Tante Ursula, die als Künstlerin in der Stadt lebt und mit feministischen Ansichten für hitzige Diskussionen sorgt. Im Roman „Schwimmen im Glas“ erzählt Eva Lugbauer abwechselnd aus der Perspektive der heranwachsenden sowie der erwachsenen Lore und zeigt, an welchen vermeintlichen Beiläufigkeiten sich die patriarchale Ordnung festmachen lässt.
Eva Lugbauer, geboren 1985, aufgewachsen in Niederösterreich. Studium der Germanistik an der Universität Wien, Auslandsaufenthalt auf Sizilien. Lebt heute in Wien. Diverse Auszeichnungen und Stipendien, u. a. Theodor Körner Förderpreis, Hans-Weigel-Literaturstipendium. Ihr Debütroman »Und am Ende stehlen wir Zitronen« erschien 2018, der Lyrikband »faschaun farena fagee« 2023. www.eva-lugbauer.at
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 15. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Eva Billisich & Werner Rabl Salon Helga
Interaktive musikalische Lesung in Wiener Mundart. Das Publikum darf kommentieren und mitentscheiden, was zum Vortrag kommt.
„A Schuach um die Sö is da Mensch, da Dialekt is sei Haut und die Hochsprach is nua a Westn.“ (H. Seeböck) In jungen Jahren von ihrem Schauspiellehrer Herwig Seeböck motiviert, neben der Bühnen- auch die Herkunftssprache zu pflegen, schreibt und singt die gebürtige Favoritnerin Eva Billisich (manchen vertraut als Evelyn Schöbinger aus dem Film Muttertag) schon lange im Wiener Dialekt.
Nach den Tonträgern Lasterlieder und Steig ei in mei Bluatbahn wurde kürzlich ihre erste Mundart – Textsammlung Salon Helga, benannt nach einem Friseurgeschäft in ihrer Wohngegend, als Buch veröffentlicht.
Unter den Kapiteln Anlässe, Gefühlslastiges, Wiener Melange, Wein und Weinerliches, Suach da was aus und Dem End zua findet sich zum Vorlesen und selber lesen in gereimter Form alles Abgründige, was das Wiener Herz begehrt.
Also bittschön: die Hochsprach – Westn ausziehen und willkommen im Salon Helga samt Schräglagen,Tiefgängen und einer Portion Wiener Schmäh, der so locker drauf sitzt wie der Milchschaum auf der Melange.
Werner Rabl, Sänger in ihrer gemeinsamen Band Pfarrkaffee, hat einige Texte vertont und gibt sie, von seiner Gitarre begleitet, zum Besten.
Schauspielerin, Regisseurin, Liedermacherin, Schreiberin und Vorleserin.
Nach der Schauspielausbildung tourt sie sieben Jahre mit Alfred Dorfer und Roland Düringer als Kabarettgruppe Schlabarett und arbeitet u.a. mit dem Seeböck-Ensemble, Theatropiccolo, theaterfink, Nesterval, den CliniClowns, sowie an der Med.Uni Wien. In Filmrollen ist sie u.a. in Muttertag, Freispiel, Hinterholz 8, Poppitz, MA2412 und der Viertelliterklasse zu sehen.
Eigene Kurzfilmprojekte zeigt sie auf dem Kanal: Salek & Billisich – first cut. Auf den Tonträgern Lasterlieder und Steig ei in mei Bluatbahn setzt sie erstmals eigene Dialekttexte musikalisch um und gibt mit der Derrischn Kapelln und Andrea Händler Konzerte. Daneben singt sie für Voodoo Jürgens Gitti ein und schreibt Lieder für das Rote Kreuz und ihre Band Pfarrkaffe, in der sie auch Schlagzeug spielt.
www.billisich.at www.pfarrkaffee.at
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 18. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Marianne K. Ertl Glanz und Gloria (oder: ganz gewöhnliches Grauen)
Badewannen voller leerer Bläschen, ungebetene Mitbewohner:innen in Form von Insekten oder Liebhabern unter dem Bett, ausgespuckte Fremdzähne. Und irgendwo dazwischen: Immer wieder Gloria. Gloria zwischen leeren Bläschen, Gloria zwischen Gedankenkreisen und dem Spucken fremder Zähne, Gloria zwischen den Blicken der anderen. Gloria zwischen Glanz und einem Untertitel in Klammer: in Kurzgeschichten, die zwischen Glanzmomenten und dem ganz gewöhnlichen Grauen des Alltags changieren. In ihrer Lesung stellt Marianne ausgewählte aktuelle Kurztexte vor, die im Laufe des vergangenen Jahres entstanden sind.
Marianne K. Ertl ist 1996 in Graz geboren, aufgewachsen in der Wachau und aus Studiengründen inzwischen zur Wienerin mutiert. Die Frage, was Kunst ist, und was weggehört, lotet sie neben wissenschaftlichem Input durch ein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie insbesondere durch das Kreieren von durch und durch unwissenschaftlichen Sprachgebilden aus.
Literarisch treibt sie sich vor allem in der Gegend der Kurzprosa herum, unternimmt aber auch Ausflüge in anderes Terrain. Ein umfangreicheres sprachliches Projekt ist in Arbeit. Kostproben der Wortgebräue sind immer wieder in diversen Literaturmagazinen, darunter auch Radieschen, zu lesen und auf Lesebühnen zu hören.
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 8. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Günther Pilarz “Sappalot-Kompott“
Günther Pilarz präsentiert auch heuer ein kunterbuntes Programm seiner Wiener Dialektcollagen. Dabei entführt er das Publikum mit einer ordentlichen Portion Schmäh und unerwarteten Wendungen zu den unterschiedlichsten Schauplätzen. Nicht nur altbekannte Schlüsselfiguren sind mit von der Partie, sondern auch bis dato unbekannte Akteure, eifrige Plaudertaschen und ein Nachwuchsschlawiner. Sie alle möchten ins Rampenlicht – drum Vorhang auf fürs “Sappalot-Kompott“!
Günther Pilarz, geboren 1965 in Wien, verfasste schon in frühen Jahren Artikel für Schülerzeitungen, Kurzgeschichten & Satirisches. Später schrieb er Glossen für eine Tageszeitung, pointierte Lyrik, Prosa und Mundarttexte. Viele seiner Werke sind in Anthologien, Literaturzeitschriften, Magazinen oder im Radio veröffentlicht worden. Er ist Mitglied der Österreichischen Dialektautor*innen, Absolvent der Schule für Dichtung und Preisträger des Lyrikwettbewerbs von RIAS Berlin 1988, sowie des Literaturwettbewerbs der Stadt Taucha 2022.
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 11. Mai 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Elodie Arpa und David Liedtke “Fragmente zwischen Macht und Ohnmacht“
Zwei Romanprojekte im Entstehen stellen sich vor:
Elodie Arpas‘ Text blickt in eine dystopische Zukunft. Ein rechtsnationales Parteienbündnis kommt an die Macht und nutzt Zeitreisen zu seinen Gunsten. Ein Text, der sich mit Männerbünden beschäftigt, und mit Frauen, die sich diesen widersetzen – über Jahrhunderte hinweg.
David Liedtkes Text richtet den Blick nach innen: Er folgt der Spur einer Leerstelle. Aus einem Fehlen wird eine Lücke, aus der Lücke ein Frage: Sind wir Zeugen eines generationsübergreifenden Vaterverlusts?
Zwei Fragmente im Wachsen zwischen Macht und Ohnmacht.
Elodie Arpa, 1999, hat einen Bachelor in Wirtschaftsrecht und studiert aktuell Deutsch, Ethik und Geschichte auf Lehramt. 2018 war sie Abschlussrednerin des Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus. 2023 wurde ihr Buch Freiheit bei Kremayr & Scheriau veröffentlicht, welches sich essayistisch mit Sprache in der Politik beschäftigt.
David Liedtke, 1996, studierte Germanistik und Angewandte Literaturwissenschaft in Wien und Berlin. Er ist DaZ-Trainer sowie ein Teil der Lesereihe Gläserne Texte und der Literaturzeitschrift Process*in. Erste literarische Veröffentlichungen in Hörfunk und Zeitschriften.