Lesung am Donnerstag 15. November
klane Schåcht’ln voi Xång und Musi und G’schicht’ln aufg’schnürt von Mischmas
Mischmas (Ingrid Jantzen & Richard Matula)
Am Donnerstag, 20:00 Uhr im Cafe Anno!
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien und dem Bezirk Josefstadt

Lesung am Sonntag 18. November
Er war ein Bozner und lebte in der großen Stadt
Manuel Lavoriero
„Leute, die mich gut kennen, meinen, ich wirke recht schüchtern, zurückhaltend, aber „eh ganz nett“. Am liebsten würd ich dann einfach schreien: „GEH FICKTS EUCH DOCH, DES STIMMT JO NET!“
In mir schlummert ein lautmauliges Tier, ein südländisches Biest, das mit seinen halb-italienischen Händen herumfuchtelt als wäre es aufn 35μg-LSD-Trip im Wiener Prater, das nur darauf wartet, auf Zeilen Seiten losgelassen zu werden, um die Zuhörer so zu verwirren, dass sie sich fragen: „Wer verdammt nochmal ist dieser Mann?“
Genau das frage ich mich auch. Wer ich bin und was denn falsch mit mir gelaufen ist. Aber dann erinnere ich mich wieder daran, dass es mir jo Wurscht ist, und meine Eltern doch stolz auf mich sein sollen. Denn immerhin habe ich es zu einer Lesung in einem Wiener Café geschafft. Juhu, ich höre schon die Chöre in meinem Hinterkopf, wie sie mir zujubeln: „Manu! Manu! Manu!“
Jetzt hört schon auf! Haha, ja ich komme doch nur aus einer ganz normalen Ghetto-Mittelschichtfamilie. Die Rapperkarriere war mir auferlegt, zio cane noamol!
Und ja, ich bin ein Provokationsfetischist. Es ist draußen. Solange ich mich hinter den schützenden Wänden der Literatur und der Satire verbergen kann, dann – und nur dann – lasse ich los. Auf die Politik, auf die Gesellschaft, die reichen Puderzieher, die armen Proleten, aber vor allem auf das meiner Meinung nach größte Arschloch da draußen: mich selbst.
Ich war nie gut in Beziehungen. Ich gab nie und nahm nie. Ich tat immer nur so als würde es mich interessieren und seit jeher bin ich gefangen in einem nimmer endenden Kreis von „Isch mir jo Wurscht“. Ich mutier zum Prachtexemplar des Wieners – sehr zum Missfallen meiner Bekannten in Südtirol – sehr zum Wohlgefallen meiner selbst. Muahaha: „Mutter, sieh doch was aus mir geworden ist!“
Das leere Großstadtleben ist das, wonach sich mein leeres Herz schon immer gesehnt hat. Und deshalb schreibe ich auch darüber. Über die scheiß Bim, über die scheiß U-Bahn, über die scheiß Anwesenheitspflicht an der FH, über das scheiß Preis-Leistungsverhältnis der Jägermeister-Shots im U4, über die scheiß betrunkenen Nächte allein im Nighliner, über die scheiß Kotze am Straßenrand, über die scheiß Scheiße am scheiß Tag nach dem scheiß Gesaufe.
Ich schreibe vorm Abgrund über dem Abgrund, wie ich den Abgrund hasse und gleichzeitig liebe. Willkommen in meiner neuen Welt. Willkommen in Mein Wien.“
Am Sonntag, 20:00 Uhr im Cafe Anno!
Mit freundlicher Unterstützung des Bezirks Josefstadt
