Lesungen am 1. und 4. Juni

Dialekt-Lesung am Donnerstag, 1. Juni 2023
um 20 Uhr 30 im Café Anno

Claudia Andersag
„KUDDLMUDDL“

Gedanken über Liebe, Loslassen, Mangel und Perfektionismus, Dankbarkeit und viele offene Fragen: nach Zugehörigkeit(en) – wollen, sollen, müssen – (Wie-)Sein. Frau? Mann? Dazwischen Menschsein. Auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Lustenauer Dialekt: das Rad nicht neu erfunden. Komprimiert, was beschäftigt un(d)gereimt, was berührt. Vo allôm a klei und nünt körig: an köriga KUDDLMUDDL 

Die gebürtige Lustenauerin Claudia Andersag hat nach einigen Stationen im Ausland ihren Weg zurück in die Heimat gefunden und lebt nun als Wahl-Wienerin in der größten Stadt Vorarlbergs. Sie
liebt es, ihre verschiedensprachigen Texte zu teilen und liest nicht nur im Dialekt mit dem Herz auf der Zunge. Als Teil der Theatergruppe „Playbackerei“ hört sie Geschichten aus dem Publikum zu und spielt diese improvisiert zurück. Claudia ist Focusing-Trainerin, führt achtsam durch Kunstwege und leitet Workshops für heilsames Schreiben (Journaling).
Was ihre Texte und Projekte miteinander verbindet, sind die Wertschätzung von Prozessen und die Feinfühligkeit ihrer Fragen nach interpersönlichem Verständnis und zwischenmenschlicher
Kommunikation.

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 4. Juni 2023
um 20 Uhr 30 im Café Anno

Jasmin Gerstmayr
„Sensible Zwiebeln“

Lust auf Dialektgedichte, die durch eine Performance zu einer Geschichte verwoben werden? Die „charmante“ Protagonistin pendelt zwischen Rückzug und Kontakt, zwischen Resignation und Offensive. Ihre Welt besteht aus bunten Smarties, sprechenden Zwiebeln und hartnäckigen Blumen – aber auch aus ungeliebten Dienstagen und Traumata, die endlich aufgearbeitet werden wollen.

Jasmin Gerstmayr schreibt Lyrik in einem Mostviertler Dialekt, der meist als oberösterreichisch kategorisiert wird, und hin und wieder Kurzprosa. Veröffentlichungen in zahlreichen Literaturzeitschriften. Sonderpreis AT beim mundartHunderter 22 des unartproduktion-Verlages. Regelmäßige Bühnen-Performance von Dialektlyrik, zuletzt etwa im Rahmen der Poetry Slam Österreich-Meisterschaft 2022. Mitglied der IGfem, GAV und ÖDA. Instagram: @jasmin_gerstmayr

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk Josefstadt

Lesungen am 25. und 28. Mai

Dialekt-Lesung am Donnerstag, 25. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Präsentation des neuen Morgenschtean, Ausgabe 76/77
„Beruf und Berufung“


Die neue Ausgabe des Morgenschtean setzt sich zusammen aus einem Literaturteil zum Thema „Beruf und Berufung„, zu dem insgesamt 68 Texte eingesendet wurden (die Auswahl beinhaltet die besten 15 Texte), sowie einem themenlosen Literaturteil mit Dialekttexten aus der Steiermark zum Lesen und Hören.

Außerdem gibt es wieder ein Interview – diesmal mit Christine Teichmann, deren Theaterstück „Salzzuckerl“ gerade in Graz Premiere hatte. In unserer „ois aundare ois ÖD(a)“-Kolumne stellt sich Redakteurin Anna Stiegler die Frage, wo der Beruf aufhört und die Berufung anfängt, und am Ende des Heftes gibt es wie immer Rezensionen.

Es lesen: Daniel Stögerer, Isabella Krainer, Beppo Beyerl
es spielt: Alelucrezia

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 28. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Markus E. Hodec liest aus „Alex“. 
Musikalische Begleitung: Bernd Faszl.

Markus E. Hodec Debütroman „Alex“ ist weder Fisch noch Fleisch. Inspiriert von Expressionismus und Magischem Realismus entwickelt Hodec eine dystopisch-utopische Welt der Macht vor den Alexaugen. „Alex“ ist ein Bildungsroman, denn Alex lernt etwas dazu. „Alex“ ist ein Schelmenroman, denn Manches ist komisch, trotz allen Ernstes. Außerdem ist Alex ein Roman des Publikums. Alle Leerstellen, die Alex öffnet, sollen das Publikum dazu einladen sich selbst ein Bild zu machen. Über sich, über die Welt, über die Macht. Begleitet wird das Abenteuer Alex mit Tango, imperialem Trauermarsch und Austropop von Bernd Faszl.

Markus E. Hodec lebt in Wien und Buenos Aires. Neben seinem literarischen Wirken arbeitet er an einer dramatischen Fassung von „Alex“ und zeichnet Illustrationen für seine Werke und die Anderer. Eigentlich ist er hauptberuflich Philosoph.

Zwischen den Lesebeiträgen leistet Bernd Faszl musikalische Beihilfe. Der Multiinstrumentalist bespielt sonst mit BAITS und JAMES CHOICE die Bühnen des Landes und sorgt mit sorgfältig ausgewählten Stücken für die passende Begleitung.

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk Josefstadt

Lesung am Sonntag, 21. Mai

Die Dialektlesung am Donnerstag, 18. Mai, entfällt wegen des Feiertages!

Die nächste Lesung findet am Sonntag, 21. Mai, statt.

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 21. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Franz-Xaver Rohracher
„Zahlbereichserweiterungen“

„Verzählen ist keine Option, wenn man erzählen möchte.“

Zahlbereichserweiterungen sind ein Verlustgeschäft. Will man zu neuen Zahlen vorstoßen, um die Welt mit ihnen zu durchdringen, muss man notgedrungen etwas aufgeben. Gelesen werden Erzählungen, die auf verschiedenen Ebenen dem Verhältnis von Fortschritt und Verlust nachspüren und ganz nebenbei zeigen, dass Mathematik und Physik mehr mit unserem Leben zu tun haben, als manch einer denken mag.

„Einmal musste sie von vorne beginnen. Entsetzt hatte sie nach der Geburtstagsfeier ihrer Mitbewohnerin festgestellt, dass die meisten der Ziffern zwischen der zweiundsechzigsten und der zweitausendunddreizehnten Nachkommastelle zur Unkenntlichkeit verschmiert waren. Ein unachtsamer Partygast musste sich gegen das Fenster in ihrem Zimmer gelehnt haben und trug nun eine spiegelverkehrte Kopie von gut 1991 Dezimalziffern auf seinem Rücken durch die Stadt. Sie blieb die ganze Nacht hindurch wach, um den Schaden zu reparieren. Von nun an verwendete sie einen wasserfesten Stift.“

Franz-Xaver Rohracher, Jahrgang 1991, aus Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien; Lehrer für Physik, Mathematik und Deutsch; seit 2022 Veröffentlichungen in diversen Magazinen und Anthologien; 2. Platz beim Publikumsbewerb des Wiener Werkstattpreises 2022; Leondinger Akademie für Literatur 2022/23; zurzeit Arbeit am ersten Roman.

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk Josefstadt

Lesungen am 11. und 14. Mai

Dialekt-Lesung am Donnerstag, 11. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Robert Eder
„I HOB AN SCHEAM FIA OLLAS“

Texte im Wiener Dialekt und in barocker Sprache.

Robert Eder, 1964 in Wien geboren, ist freischaffender Autor, Rezitator und Maler. Sein literarisches Werk umfasst Lyrik, Kurzprosa, Liedtexte und Dramolette. In der Malerei beschäftigt sich der Künstler vorwiegend mit den Themen Landschaft und Licht in der Natur. Einen anderen Schwerpunkt bildet das Thema Collage und dabei im Speziellen das ironische Arbeiten mit Alltagsprodukten wie etwa Backpapier. Ferner gilt Robert Eders Interesse der Kunst im öffentlichen Raum. In diesem Bereich ist er mit Konzepten und Performances in Wien und Niederösterreich aktiv. Mit regelmäßig stattfindenden Ausstellungen ist Robert Eder seit 2002 präsent. www.galeriestudio38.at/eder

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 14. Mai 2023

um 20 Uhr im Café Anno

Julia D. Krammer & Gábor Fónyad
Buchpräsentation und „Was noch kommt“

Buchpräsentation (Julia D. Krammer)

Mona wächst in einer Glaubensgemeinschaft auf, in der, geschützt vor der Kälte einer ungerechten Welt, freie Sexualität gelebt wird und man Kinder, von ihren leiblichen Eltern getrennt, zu Allgemeingut erklärt. Als ihr endlich die Flucht gelingt, beginnt ein Streben – nach Verbundenheit und Sicherheit, Gemeinschaft und Vertrauen. Sie lotet die Grenzen ihres Körpers aus, erkundet den Raum, der vor ihr liegt, bis sie schließlich, eingeholt von ihrer Vergangenheit, zwangseingewiesen wird. Einen Großteil ihrer Tage verbringt sie nun am Fenster ihres Anstaltszimmers. Im Wind hört sie Geister heulen. Gräser schimmern im Abendlicht orange und schwingen in Wellenbewegungen. Am Rand der Wiese steht eine dunkle Scheune – sie taugt für viele Fantasien mit ihren schiefen Brettern. Mona kann gar nicht anders, als sich zu fragen, welche Geheimnisse sich darin verbergen. In poetischen Miniaturen legt Julia D. Krammer Schicht für Schicht das Leben eines Mädchens frei, auf der Suche nach Halt, nach einem Raum, der ihrer ist. Erschienen bei Matthes & Seitz im Februar 2023

Die zweite Halbzeit – kommt da noch was? (Gábor Fónyad)

Es geht darum, wie man dem Alltag, dessen existenzielle Herausforderungen ja aus Einkaufen, Zwiebel Schneiden, den Geschirrspüler Ein- und Ausräumen, Geld Verdienen und ganz allgemein darin bestehen, ihn zu meistern, jeden Morgen aufs Neue, trotzdem so etwas wie Sinn abgewinnen kann und dabei vielleicht sogar noch ein Stückchen Selbstverwirklichung findet. Es geht um die Angst, bei all dem das Leben zu verpassen (Paul Nizon: „Aber wo ist das Leben?“) – um die Angst vor der zweiten Halbzeit – und um die
Freude darauf, was noch kommen wird.

Julia D. Krammer, geboren 1985 in Wien, wo sie als freie Schriftstellerin und Voice Artist/Sprecherin lebt. „Den Körper schreiben die Gedichte“ erschien Februar 2023 bei Matthes & Seitz Berlin (Rohstoff), sie veröffentlichte Prosa in Literaturzeitschriften (zB. Die Rampe) und Anthologien und Gastkommentare/Essays in Tageszeitungen (zB. Die Presse) und Zeitschriften (zB. Kreuzer Leipzig). 2023 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Landes NÖ, 2022-2023 erhielt das Projektstipendium Literatur des BMKOES für „Ungebetene Gäste“, 2021/22 ein Projektstipendium der Stadt Wien und ein Arbeitsstipendium der Stadt Wien 2020. „Den Körper schreiben die Gedichte“ wurde 2019 mit einem Startstipendium für Literatur ausgezeichnet. Julia ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV), der Kunstwerkstatt Tulln und des Österreichischen Schriftstellerverbandes.

Gábor Fónyad, 1983 in Wien geboren, wuchs zweisprachig in einer aus Ungarn stammenden Musiker- und Theologenfamilie auf. Studium der Germanistik, Finno-Ugristik und Lehramt. Lehrer an einem Gymnasium in Niederösterreich und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. 2015 erschien sein erster Roman „Zuerst der Tee“ (Verlag Wortreich), mit dem er 2017 beim Internationalen Buchfestival in Budapest als Österreichischer First Novellist vertreten war. Es folgten zahlreiche Essays und Zeitungsartikel (z.B. in LICHTUNGEN, Literatur und Kritik, Die Presse, Neue Zürcher Zeitung, Schreibkraft) und 2021 der zweite Roman „Als Jesus in die Puszta kam“ (Elster & Salis Wien), der noch 2023 in ungarischer Übersetzung erscheinen soll. Derzeit Arbeit an einem neuen Roman. Mehrere Stipendien, unter anderem das Startstipendium des Österreichischen Bundesministeriums 2014 und 2018 sowie zuletzt das Projektstipendium 2022/23.

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk Josefstadt

Lesungen am 4. und 7. Mai

Dialekt-Lesung am Donnerstag, 4. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Sophie Lindenthal
„Des isch wiada so typisch! “

Ein göttlicher Gerichtsprozess mit halbgewissem Ausgang

Antike Göttinnen und Götter geben sich gerne allmächtig, haben aber natürlich genau dieselben Probleme wie wir: Von Urheber*innenrechtsklagen über internationale Streitereien bis hin zu technischen Tücken bei Zoom – Konferenzen stolpern auch sie über
alle möglichen Schwierigkeiten, die man als Mensch nur zu gut kennt.

Sophie Lindenthal liest eine kurze Textreihe, in der ein paar vorarlbergerische Gottheiten in einen Gerichtsprozess hineingezogen werden, aus dem sie sich – selbstverständlich in ihrem Heimatdialekt – herauszureden versuchen. Die Texte bestehen aus fiktiven Zeitungsartikeln, klassischen Prosa-Gesprächen sowie chaotischen WhatsApp- und Zoom-Dialogen in einer Kombination aus Vorarlberger Dialekt und Standarddeutsch.

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 7. Mai 2023
um 20 Uhr im Café Anno

Lea Bacher
„Das Leben mit all seinen (Un)annehmlichkeiten“

Es geht um Wien und Rom, ums Älterwerden und die Hörsaal-Atmosphäre.

„Rom ist mehr als sciopero und Müllberge, aber auch mehr als aperitivi auf einer sonnigen Piazza und eine Mopedfahrt durchs centro storico. Rom fasziniert, verärgert, begeistert, enttäuscht und erstaunt mich immer wieder, wenig zieht mich so in seinen Bann und kaum eine Stadt – zumindest wage ich es zu bezweifeln – ist so ambivalent, lässt mich so fremd und heimelig gleichzeitig fühlen, hat so viele Facetten.“

„[…] man hat das Bedürfnis, Rom durchzuspülen, auszuspülen, umzuspülen und damit auch alle Autos wegzuspülen…“ 

„Die hart erkämpfte Anonymität der Stadt weicht der Sehnsucht nach einem Frühstück im Garten.“ 

Lea Bacher hat Romanistik und Publizistik studiert, einige Zeit in Italien gelebt und befindet sich nun im Master der Politikwissenschaft. Sie lebt, schreibt, studiert und arbeitet derzeit in Wien. Sie ist eine Liebhaberin der römischen Küche und lateinamerikanischer Tänze und mag den Geruch von nassem Waldboden. Manchmal moderiert sie die Lesungen im Anno. Manchmal liest sie auch selbst aus ihren Prosatexten. 

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk Josefstadt