Lesungen am 5. und 8. Juni


Dialekt-Lesung am Donnerstag, 5. Juni 2025
um 19 Uhr im Café Anno

Musik: Treibsound
Lesung: Robert Waditschatka

Im August 2024 verstarb die Waldviertler Mundartdichterin Isolde Kerndl 85-jährig. Ihre Mundartgedichte haben uns als Band seit mittlerweile 10 Jahren immer wieder begleitet. Ebenso hatten wir mehrmals das Vergnügen, mit ihr gemeinsam einen Abend zu gestalten. Dabei entstanden zahlreiche Vertonungen ihrer Texte, die wir, ihr zu Ehren, zum Klingen bringen werden.

Der gesprochene Klang der Wörter wird an diesem Abend zum gesungenen Wort im Lied.

Es spielen: Joachim Unger (Gesang, Gitarre), Johannes Kerschner (Bass, Gesang), Margit Schoberleitner (Percussion, Gesang, Flügelhorn) und lesen: Robert Waditschatka

Treibsound: Wåldviatla Mohntortn und Weana Melange – das sind die Zutaten mit denen die Band Treibsound ihre Musik den Zuhörer:innen kredenzt. Waldviertler Mundårtchanson trifft auf wienerische Klangfarben und mehrstimmiger Gesang auf Gitarre, Bass und Percussion. Gemeinsam erzeugen sie einen Sog aus Sprachbildern, der zum Eintauchen einlädt und an das Sprachspiel von Georg Danzer, Ludwig Hirsch oder H.C. Artmann erinnert. Dabei kreisen die Lieder stilistisch zwischen Pop und Jazz und wecken dabei Assoziationen zu 5/8erl in Ehren, den Strottern oder Birgit Denk. Wer einmal in den Treibsound eintaucht, kann sich nur schwer wieder losreißen. www.treibsound.at

Robert Waditschatka
ist Augenarzt und Schauspieler aus Mistelbach.

Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Lesung am Sonntag, 8. Juni 2025
um 19 Uhr im Café Anno

Kemal Kulaksız
„Der Deutschländer“

Mit seinem literarischen Debüt „Der Deutschländer“ legt Kemal Kulaksız einen eindrucksstarken Roman über Herkunft, Identität und das Ringen um ein selbstbestimmtes Leben vor. Im Mittelpunkt steht Kâmuran, ein junger Mann der dritten Generation sogenannter „Gastarbeiterfamilien“, der seinen eigenen Weg sucht – zwischen familiären Erwartungen, kulturellen Zuschreibungen und alltäglicher gesellschaftlicher Ausgrenzung.

„Almancı“ – auf Deutsch „Deutschländer“ – ist ein Begriff, mit dem
türkische Migrant:innen sowie ihre Nachkommen in deutschsprachigen Ländern bezeichnet werden. Er steht sinnbildlich für das Leben im Dazwischen: zwischen zwei Kulturen, ohne je ganz dazuzugehören. Kulaksız erzählt eindringlich von den Spannungen und Brüchen, von strukturellem Rassismus und stillen Kränkungen, die Menschen wie Kâmuran prägen. „Der Deutschländer“ ist ein kraftvoller, hochaktueller Roman – literarisch präzise, gesellschaftlich relevant und emotional bewegend.

Kemal Kulaksız, 1993 in Wien geboren, studierte Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Wien. An einem
Spätsommerabend im Jahr 2004 entdeckte er – inspiriert durch das
Tagebuch der Anne Frank – das Schreiben für sich. Besonders
beeindruckten ihn Annes starker Lebenswille und ihre scharfsinnige
Beobachtungsgabe. Seine Texte wurden in Literaturzeitschriften
veröffentlicht und im Sammelband „Held:innenplätze“ (2022) im Achse Verlag aufgenommen. 2025 erschien sein Debütroman „Der
Deutschländer“ beim Drava Verlag.

Mit freundlicher Unterstützung vom Bezirk

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