Lesung am Sonntag, 3. Juni 2012

Stefan Lotter: Angst

…Sie haben uns ein System inkorporiert, aufgezwungen; durch die nebenschächlichen Freuden versüßt und uns damit dazu bewogen, es uns im Laufe der Jahre selbst anzueignen. Konsequenzen sind Angelegenheit der Zukunft. Wir leben im Jetzt und (w)(s)ollen darin verdammt noch ‚mal gut leben! Wie der Faust aufs Auge. Es ist kein Wunder, dass wir uns jetzt unserer Wurzeln erinnern. Der Stamm beginnt zu bröckeln, die Äste werden dünner. Es geht die Angst um, dass unsere Blüten nur eine Illusion unserer Eltern waren…”

Das war der Teil, an den sie sich erinnert hat. Und der hat sich in unser beider Gedächtnis eingeschrieben; sitzt, gärt und umschlingt mit seinen Wurzeln jeden Gedanken. Die schlimmsten Momente sind die, in denen du ihn dann wieder erkennst. Seine ständige Präsenz, seine unabwendbare Einflussnahme – die Frage nach dem Warum hab ich ab dem Moment, als ich sie verloren habe, nicht mehr gestellt.

Ein Brief; eine Frau; ein Abgabetermin – seit zwei Monaten fühlt er, dass jegliche Sicherheit verloren ist. Auf einer Zugfahrt nach Wien spielt der Film, der sich Leben nennt, die Vergangenheit im Zeitraffer ab. Alles, woran er glaubte zu glauben löst sich in dem Begriff auf, der sein Innerstes bis heute zusammenhielt: Angst.
am So, 3. Juni um 20:30 im Café Anno! 
***
Stefan Lotter (Biografie)

*19.07.1988, in Wien, Lainz.

Noch Dichter am Sonntag, 27. Mai 2012

Noch Dichter 

die kongeniale 2. Wiener Lesebühne, diesmal in ungewohnter Formation:

Christopher Hütmannsberger, Yasmin Hafedh, Florian Purkarthofer, Andi Pianka und Stargast Thomas Havlik; Bilder von Eva Vasari

Lasst Euch überraschen und seid wieder mit dabei!

am Sonntag, 27.Mai 2012 um 20:30 im Café Anno

Alle Infos zur Lesebühne gibt es hier >> http://nochdichter.wordpress.com/

Lesung am Sonntag, 20.Mai 2012

Theodora Bauer:

„Alles Mögliche.

Kein kleines Stückchen weniger. – 

Fast alles also oder so.“

Geschichten, Gedichte, Drama-Texte – Die Autorin schneidet ihr Schaffen auf,  wie eine Erdbeerroulade, das eine oder andere Stückerl Fruchtfleisch quillt schon heraus, die Creme ist angerührt, aufgeschmiert und zum Verzehr bereit.

am Sonntag, 20.5. um 20:30 im Café Anno! 

 

Theodora Bauer, * 1990, Studium der Philosophie, Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Mehrfache Auszeichnung beim Jugendkulturpreis des Landesjugendreferates Burgenland, Preisträgerin beim BEWAG-Literaturpreis 2010, Teilnahme an der Schreibklasse des Schauspielhauses Wien 2011. Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien, Texte auf ORF Burgenland und Ö1. Mitwirkung an Lesungen, Poetry Slams und Performances; u.a. in der ÖGL, bei „rund um die burg“ 2010 und im Literaturhaus Mattersburg.

 

Lesung am Sonntag, 13. Mai 2012

DARIA HAGEMEISTER
liest aus ihrem neuen Roman „EINE ÜBERDOSIS FREIHEIT“

MULTIMEDIALE LESUNG MIT DIASHOW
So., 13. Mai 2012 um 20:00 (!!) im Café Anno

“Eine Überdosis Freiheit” ist die Geschichte einer Frau, die aus persönlichen Gründen mit ihren drei Kindern in die USA auswandern muss. Obwohl Irene versucht, alles richtig zu machen, finden sie sich, wie so viele andere Familien mit Migrationshintergrund, bald in einem Albtraum gefangen

Die Autorin zeigt ganz persönliche Dias von den Schauplätzen des Romans (südliches Kalifornien/Mexiko)

Daria Hagemeister ist am 12. Juli 1956 in Wien geboren. Sie studierte am Konservatorium der Stadt Wien Gesang, absolvierte den Fremdenverkehrslehrgang der Wiener Wirtschaftsuniversität („akademisch geprüfter Fremdenverkehrskaufmann“) und das Studium der Afrikanistik/Ethnologie an der Universität Wien (Promotion 1987). Bereits in ihrer Dissertation befasste sie sich mit literarischen Frauengestalten („Die Frau als Anti-Heroin in der Suaheli-Prosa-Literatur“). Dieser Vorliebe für Anti-Heldinnen blieb Daria Hagemeister auch in ihren beiden Romanen treu.

mehr zur Autorin und ihren Büchern >> hier!

Martin Auers „Nachttaxi live“ am Mittwoch, 9. Mai 2012

Das Kloster der Erleuchteten oder Kleines Handbuch der anarchistischen Mystik

Verben

Den hundertzweiunddreißigsten Abt konnte keiner verstehen. Aus der Überzeugung heraus, daß es weder Dinge noch Eigenschaften gebe, sondern nur Vorgänge, verbannte er alle Substantiva und Adjektiva aus seiner Sprache. „Darum, weil drehen leuchten bewegen strahlen tanzen, zeigen bedeuten drehen anderswo lachen übend“ war noch eine seiner zugänglichsten Aussagen. Er wurde sehr alt und war über fünfzig Jahre lang Abt, hochverehrt von seinen Schülern. Trotz der Verehrung, die ausnahmslos alle für ihn empfanden, verfielen unter seiner Regentschaft die Sitten im Kloster zusehends und die Lehre erlitt viele Entstellungen und Verdrehungen. Drei seiner Schüler erlangten die Erleuchtung, doch der Rest verstand einfach nicht, was der Abt wollte oder meinte, und man tat, was einem paßte oder gerade einfiel. Einige sind freilich der Ansicht, gerade dies sei die Blütezeit des Klosters gewesen.

Konsequenz

Der hundertdreiunddreißigste Abt schwieg, da nach seiner Ansicht überhaupt nichts existierte.

Weiters: „Der Sünder und der Heilige“, „Der Antichrist“, „Wie man ein Leuchtturm ist“ usw.

Martin Auer („The Voice“) rezitiert, deklamiert, räsoniert, schwadroniert, agitiert … und trägt dabei seinen schwarzen Hut!

Anschließend wie immer GESELLIGES BEISAMMENSEIN.

am Mittwoch, 9.5. um 19:00 im Café Anno

Lesungen am 6. Mai 2012

Irmi Wyskovsky

schreiben ist eine liebeserklärung an das scheitern

das blatt papier ein weisses segel

mit meinen wellenhänden liebe ich

stosse ich das wort

es wehrt sich und fügt sich

treibt einfach dahin

tanzt wild und

geht unter

wort,

du,

du wirst mir nicht gerecht

wort,

du,

ich werd dir nicht gerecht

lass uns aneinander scheitern

mehr von Irmi Wyskovsky gibt es am So, 6. Mai um 20:30 im Café Anno zu hören!

Buchpräsentation am Donnerstag, 3. Mai

Wolfgang Millendorfer: Doppelgänger

Ich will Ihnen keine Angst machen, aber irgendetwas stimmt hier nicht. Sehen Sie sich um. Auch zwischen den Seiten. Und riechen Sie daran, riechen Sie am Buch. Ich rieche auch immer dran. Jetzt riechen Sie endlich das verdammte Buch! Verzeihen Sie mir, ich meine es nicht so, aber wir sollten schon zusammenhalten, irgendetwas stimmt hier nicht.

Nach seinem ersten Kurzgeschichten-BandStammgäste geht Wolfgang Millendorfer nun einen Schritt weiter und entlässt seine Figuren in ihre eigenen Parallelwelten. Dorthin, wo von den seltsamen Wendungen des Lebens erzählt wird, vom Lieben, vom Kämpfen und vom Scheitern. Doch sie halten sich nicht an die Spielregeln und überschreiten in neunzehn Geschichten gleich reihenweise die Grenzen – bis sie sich frei im Buch bewegen.

Mit Doppelgänger bleibt Wolfgang Millendorfer seinem Stil treu, denn die Weigerung, sich in Stilgrenzen zwängen zu lassen, bleibt aufrecht. Verwirrte Stadtstreuner, verhinderte Detektive und verlebte Rockstars treffen hier auf verzweifelte Liebespaare, einen falschen Weihnachtsmann oder das Personal eines verlorenen Wanderzirkus.
Die Wirklichkeit ist dabei nur der vermeintliche Ort der Handlung, an dem man jederzeit damit rechnen sollte, dass ganz schnell doch wieder alles ganz anders kommen kann …

Der bunten Zirkuswelt vergangener Tage hat Millendorfer mit diesen Geschichten endgültig den Rücken gekehrt. Seine Figuren interessiert das bis heute nicht im Geringsten.

am Donnerstag, 3. Mai um 20:00 im Café Anno!

Wolfgang Millendorfer: Geboren am 01. Oktober 1977, lebt als Autor und Journalist im Nordburgenland. Seine Kurzgeschichten-Bände Stammgäste (2007) undDoppelgänger (2011) erscheinen im Verlagedition lex liszt 12. Literatur-PerformanceMillendorfer Zirkus Show (gemeinsam mit dem Duo Ois & Nixin Wien, Niederösterreich und im Burgenland; zahlreiche Lesungen – unter anderem auf der Leipziger Buchmesse und im Rahmen diverser Festivals (Soho in Ottakring, Literatur in Grün, Österreich liest etc.).

Mitbegründer und Co-Sänger der RockbandOlestra sowie der Schlager-Experimente Die City Cobras und The Royal Blacks.

Preise & Stipendien:

Burgenländischer Literaturpreis 2011
Aufenthalts-Stipendium des Landes Burgenland im Künstleratelier Paliano, Italien (April 2011)
BEWAG-Literaturpreis 2009

 

 

 

 

 

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Noch Dichter am 29. April 2012

Noch Dichter – die Anno Lesebühne:

Mit Andreas Plammer, Andi Pianka, Florian Purkarthofer, Yasmin Hafedh, Philipp Schlögl, Margarita Kinstner (rentsnik) und Eva Vasari. Gast diesmal: Markus Schneider vom Kloblatt

am So, 29.4. um 20:00 im Café Anno

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Lesung am Sonntag, 22. April 2012

Tanja Raich : Dort das Dorf, hier die Stadt

 „Jemand, der in das Land reist, in dem er geboren ist, der sagt immer: es ist meine Heimat, aber diesmal will er durchfahren, er nimmt keine Notiz von ihr, da nimmt das Land von ihm Notiz“   (Franz Tumler)

Tanja Raich liest Stadtgeschichten und Auszüge aus ihrem Romanprojekt „Am Ufer“ –  am Sonntag, 22. April um 20:00 im Café Anno.

Tanja Raich, 1986 in Meran geboren. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften (Die Rampe, DUM, & Radieschen, Keine Delikatessen, u.a.).

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Lesung am Sonntag, 15. April 2012

 Chris Vivenz

KEINE GESCHICHTEN. Verdichtete Striche, etwas gepatzt – Eine Verbalisierung

Kurze Texte aus  dem jungen Schaffen 

am Sonntag, 15. April um 20:00 im Café Anno

 

Christoph Vivenz sollte was Lebendiges sein. Da ist ja schon viel verlangt. Als Mensch unzurechnungsfähig, als Mann nicht zu gebrauchen, geboren und wesend in Wien als fleischgewordene Puppe; studiert(e) Philosophie, Germanistik, Geschichte, etwas Psychologie, brach Karrierepläne ab und verlegte sich in depressives Grübeln, zeitweise expressive bis surreale Hermetik zwischen Pathos und Verstummen; Manifeste, Poeme, Kurzprosa; vorläufiger Abschluss des Studiums mit einer Arbeit über Erotik und Gewaltsamkeit; geringe Veröffentlichungen, zahlreiche Lesungen und Performances; Mitglied von „mordsLUST“ (Literarisches Cabaret) und CobetreiberIn einer freien Radiosendung: „Der letzte Schrei“; tätig in den DJgemeinschaften „crazy hospital“ , „Future Echo“ und als FotografIn. Broterwerbend als Troglodyt in einem kleinen Kellermuseum, wohnhaft mit Katzen und Gespenstern in einem Wolkenkuckucksheim auf Dachbodenniveau. Derzeit eher fragmentarisches Dasein. Dekonstrukt zwischen Sexus und Gender. Arbeitet an einem abendfüllenden Drama: „Zerpuppen“. Buchbar als vorlesende Stimme, für Rezitationen, Spots, Hörspiele und Kunstfotos.

 

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