Dialekt-Lesung am Donnerstag, 26. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Claudia Andersag „Namas Nöüs“ (= Etwas Neues)
(Andersagt liest namas vor à Namas vorleösö = Etwas vorlesen)
Spürsinnig erkundet Claudia Andersag(t) im Dialekt, was Angst und Freude macht, mutig Blasen platzen lässt, gelassen vor sich hin blubbert oder vor Wut wild sprudelt. Etwas (=namas) kann alles perfekt, weiß was wirklich zählt, und namas anderes macht alles kaputt. Nach der letzten Lesung „Namas“ folgt jetzt „Namas Nöüs“
Claudia führt achtsam durch Kunst-Ausstellungen und hat das Blubberschreiben erfunden – das ist ihre persönliche Kombination aus der Methode des Focusing und dem Journaling, eine geleitete Form des freien Schreibens.
Sie lädt in ihren Spürgängen und Schreibworkshops ein zur intuitiven Erkundung von Themen wie Trauer, Selbstempathie, female rage, weibliche Ermächtigung oder der Poesie des Wassers. Für die ≠igfem wird das Blubberschreiben zur online Workshop-Reihe Brodelschreiben.
Eigene Texte schreibt Andersagt auf Deutsch, Englisch, Spanisch und im Lustenauer Dialekt; zu lesen im „Störfeuer“ und der Dialektzeitschrift „Morgenschtean“.
Als Spielerin und Mitbegründerin des Vereins Playbackerei (Playback Theater) hört sie zu und spielt im Ensemble die erzählten Geschichten aus dem Publikum ad hoc improvisiert zurück.
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 29. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Präsentation DUM und &Radieschen
Aus DUM 114 lesen: Tobias March, Katrina Mogler, Christine Steindorfer und Denise Wiesmahr
Aus & Radieschen #74 lesen: Gudrun Breyer, Dominik Kurcsics, Marie Lande und Christian Schwetz
Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen bei unserer letzten Lesung in der Saison!
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 19. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Felix Maierl Fex on the Beach
„Wenn dir die Deckn am Schädl fliagt und locht, donn wird aus Frohsinn schnö a Bledsinn gmocht.“ Es folgen Texte, durchzogen von Scheidungstraumata, die uns die Boomer-Generation hinterlassen hat, von toxischen Glaubenssätzen, Zuckerberg-Paranoia, Zukunftsängsten – und dem alltäglichen Wahnsinn mit Sandlern und Feidln. Fex ist nicht nur eine intime, kreative Katharsis. A Fex is a Narr, a Sonderling, a Trottl – aber mit Begeisterung. A Bergfex.
Der Narr hatte geschichtlich schon immer eine wichtige Funktion: nämlich ernste Themen auf unterhaltsame Weise unters Volk zu bringen. Mit Anekdoten aus dem echten Leben sollen diese Themen dem Publikum auf emotionaler Ebene nähergebracht werden. Aber schau ma moi. Am Ende is des ois nix anderes als a persönlicher Textkorpos – und somit ein ehrlicher Einblick in des Leben eines mitte-20-jährigen.
Felix Maierl, alias Fex, geboren 2000 in Oberösterreich, wuchs zwischen Mopeds, schlechtem Gras und einer Bauerndisco irgendwo bei Linz auf. Die Musik war sein ständiger Begleiter – leise im Hintergrund, aber immer richtungsweisend. Sie zog ihn früh in die Stadt, zu den schrägen Partys und spannenden Gestalten der lokalen Kulturszene. Während der Lockdowns maturierte er, brachte sich selbst Gitarre bei und gründete mitten im Zivildienst das Kulturmagazin MUPAK. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung wurde lauter – also zog er 2022 mit seinen engsten Freunden fürs Studium nach Wien. Dort, im geliebten WG-Wohnzimmer, begann er schließlich, seine Gedanken und Gefühle in eigene Songs zu verwandeln. Was daraus entstanden ist, hört man am besten live!
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 22. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Maximilian Scheffold „familiale flakgrammatik, oder, es gibt keinen anlass zu würgen außer jeden erdenklichen“
In der Lesung geht es zum einen um die Kartographierung des Psychogramms der Stadt meiner Herkunft bzw. des Diskurses um und in dieser. Zum einen um die Verortung dieses Psychogramms in mir als Element ebendieses sowie als Träger meiner Stadt und ihrer Vaterfiguren. Das klingt jedoch ein wenig hochgestochen vielleicht, da ich den Ernst nicht ganz so ernst nehmen möchte.
Maximilian Scheffold ist Lyriker und Literaturwissenschaftler. Lebt und schreibt in Wien, Doktoratsstudium der Deutschen Philologie ebenda. Literarische Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften wie perspektive, wespennest, podium und Idiome. Ein Gedichtband ist in Vorbereitung.
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 12. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Robert Eder & Robert Anders Wer braucht schon Tischmistkübel? Dialekttexte, Dramolette, Dialoge
Das Buch umfasst Texte von 1987 bis zur Gegenwart, also von nahezu vier Jahrzehnten. Die Texte sind überwiegend im Wiener Dialekt gehalten.
Das titelgebende Dramolett entstand im Juni 2023 im Waldviertel, nachdem ich gemeinsam mit meinem Freund, Trauzeugen und Lesepartner Robert Eder anlässlich einer Feierlichkeit eine Lesung gehalten hatte. Ich wurde damals während des (späten) Frühstücks am nächsten Tag Ohrenzeuge eines Gesprächs in einer Gaststube, das nahezu identisch als Grundlage für das Dramolett „Wer braucht schon Tischmistkübel?“ fungierte.
Robert Eder & Robert Anders: seit 1996 Lesungen, u.a. im Café Club International (BIB), Café Zartl, Theater des Klagenfurter Ensembles, Amerlinghaus, Café Anno (ALSO); 2006: Veröffentlichung des Lyrikbandes >GehDICHTE – Texte für unterwegs< bei BoD; widmen sich neben Lyrik und Kurzprosa auch der Liedermacherei, und der szenischen Lesung sowie dem rhythmisierten Sprechgesang.
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Literatur unter der Sonne & Open-Air-Lesung am Sonntag, 15. Juni 2025 ab 14 Uhr
Grafik: Nora Engelputzeder
Im Anschluss: Open-Air Lesung beim Café Anno. Am Sonntag, dem 15.06. um 19 Uhr wird Louis Hildebrandt im Rahmen der ALSO-Lesungsreihe Auszüge seines Romanprojekts Paula und Paul lesen. Zusammen mit der Band Goodbye, Goodnight werden die Textausschnitte in der etwa einstündigen Lesung mit Musik inszeniert. Eher einsam. Eher ausgerückt, angekratzt, aber ohne Überzeugung für Ekstase. Ausgehungert, angeschlagen, Zigarettenfinger, aber nicht so dramatisch. Eher ernst gemeint.
Louis Hildebrandt, geboren 2004 in Weimar, studiert Komparatistik in Wien. Er war Preisträger beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen, Texte von ihm sind veröffentlich in Anthologien und Zeitschriften wie &Radieschen oder dem PORT-Magazin. 2025 erhielt er ein Stipendium vom Land Thüringen für sein Schreibprojekt.
Dialekt-Lesung am Donnerstag, 5. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Musik: Treibsound Lesung: Robert Waditschatka
Im August 2024 verstarb die Waldviertler Mundartdichterin Isolde Kerndl 85-jährig. Ihre Mundartgedichte haben uns als Band seit mittlerweile 10 Jahren immer wieder begleitet. Ebenso hatten wir mehrmals das Vergnügen, mit ihr gemeinsam einen Abend zu gestalten. Dabei entstanden zahlreiche Vertonungen ihrer Texte, die wir, ihr zu Ehren, zum Klingen bringen werden.
Der gesprochene Klang der Wörter wird an diesem Abend zum gesungenen Wort im Lied.
Es spielen: Joachim Unger (Gesang, Gitarre), Johannes Kerschner (Bass, Gesang), Margit Schoberleitner (Percussion, Gesang, Flügelhorn) und lesen: Robert Waditschatka
Treibsound: Wåldviatla Mohntortn und Weana Melange – das sind die Zutaten mit denen die Band Treibsound ihre Musik den Zuhörer:innen kredenzt. Waldviertler Mundårtchanson trifft auf wienerische Klangfarben und mehrstimmiger Gesang auf Gitarre, Bass und Percussion. Gemeinsam erzeugen sie einen Sog aus Sprachbildern, der zum Eintauchen einlädt und an das Sprachspiel von Georg Danzer, Ludwig Hirsch oder H.C. Artmann erinnert. Dabei kreisen die Lieder stilistisch zwischen Pop und Jazz und wecken dabei Assoziationen zu 5/8erl in Ehren, den Strottern oder Birgit Denk. Wer einmal in den Treibsound eintaucht, kann sich nur schwer wieder losreißen. www.treibsound.at
Robert Waditschatka ist Augenarzt und Schauspieler aus Mistelbach.
Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien, dem Bezirk Josefstadt und dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Lesung am Sonntag, 8. Juni 2025 um 19 Uhr im Café Anno
Kemal Kulaksız „Der Deutschländer“
Mit seinem literarischen Debüt „Der Deutschländer“ legt Kemal Kulaksız einen eindrucksstarken Roman über Herkunft, Identität und das Ringen um ein selbstbestimmtes Leben vor. Im Mittelpunkt steht Kâmuran, ein junger Mann der dritten Generation sogenannter „Gastarbeiterfamilien“, der seinen eigenen Weg sucht – zwischen familiären Erwartungen, kulturellen Zuschreibungen und alltäglicher gesellschaftlicher Ausgrenzung.
„Almancı“ – auf Deutsch „Deutschländer“ – ist ein Begriff, mit dem türkische Migrant:innen sowie ihre Nachkommen in deutschsprachigen Ländern bezeichnet werden. Er steht sinnbildlich für das Leben im Dazwischen: zwischen zwei Kulturen, ohne je ganz dazuzugehören. Kulaksız erzählt eindringlich von den Spannungen und Brüchen, von strukturellem Rassismus und stillen Kränkungen, die Menschen wie Kâmuran prägen. „Der Deutschländer“ ist ein kraftvoller, hochaktueller Roman – literarisch präzise, gesellschaftlich relevant und emotional bewegend.
Kemal Kulaksız, 1993 in Wien geboren, studierte Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Wien. An einem Spätsommerabend im Jahr 2004 entdeckte er – inspiriert durch das Tagebuch der Anne Frank – das Schreiben für sich. Besonders beeindruckten ihn Annes starker Lebenswille und ihre scharfsinnige Beobachtungsgabe. Seine Texte wurden in Literaturzeitschriften veröffentlicht und im Sammelband „Held:innenplätze“ (2022) im Achse Verlag aufgenommen. 2025 erschien sein Debütroman „Der Deutschländer“ beim Drava Verlag.